LARRY’S PARTY ROCK
war eine Idee von Sony/Columbia in Frankfurt. Uwe Lerch hatte uns 1989 gefragt, ob er die Schlusssequenz unseres aktuellen Promo-Videos (gedreht im Reethus Wiedenbrück) für das Plattencover von Party-Rock 1 benutzen dürfte. Wir waren natürlich völlig von den Socken: SONY will unser Video benutzen ! Donnerwetter ! Natürlich haben wir sofort JA gesagt und bekamen als Bezahlung 20 CDs. WOW.
Als das Ergebnis in den Schallplattenläden der Nation angekommen war, rief Uwe Lerch mich wieder an und fragte, was ich denn von dieser Compilation eigentlich so hielte. Da bin ich ein bißchen frech geworden und habe gesagt: NIX ! Wie es so meine Art ist. Ich will an dieser Stelle gerne meine Reaktion erklären, weil sie dazu führte, dass ich bei 3 weiteren Doppel-CDs federführend mitmachen durfte.
Das Besondere von LARRY’S PARTY ROCK war nämlich, dass die Titel ohne Pause aneinander geschnitten wurden, wie auf einer echten Party eben. Das allerdings war nicht wirklich toll gemacht, sodass meine Reaktion als DJ für Sony durchaus nachvollziehbar war. Uwes Reaktion hat mich dann aber doch überrascht: „Dann mach es doch besser … bei Party-Rock 2.“ Und so kam es. Meine Aufgabe bestand darin, die großartige Songauswahl von Party-Rock 1 fortzusetzen oder sogar zu toppen. Und das war gar nicht so einfach, immerhin waren Party-Schwergewichte wie Queen, Survivor oder Status Quo dabei.

LARRY’S PARTY ROCK 2
Ende der 80er und zu Beginn der 90er war das Zephyrus-Discoteam deutschlandweit im Dauereinsatz, sodass es uns dann doch nicht sonderlich schwerfiel, weitere Highlights aufzulisten.
Wenn man einen Party-Sampler zusammenstellt, lernt man, dass jeder Wunschtitel bei der jeweiligen Plattenfirma des Künstlers abgefragt werden muss: „Dürfen wir den Song „….“ auf unserer nächsten Party-Rock-CD veröffentlichen ?“ Manche Plattenfirmen sagen JA, manche NEIN, manche JA, ABER … nur wenn unser Titel gleich als erster auf der CD ist. Also ist schnell klar, wenn ich auf zwei CDs 36 Titel veröffentlichen möchte, muss ich mindestens 50 Titel auf meinem Wunschzettel haben.
Zwei Wünsche standen ganz oben auf meiner Liste: Unser Zephyrus-Showopener „Rofo’s Theme“ und „Was wollen wir trinken … „, eine Rockversion der Band Spektrum, die auf unseren Disco-Shows immer als Vinyl-Single lief. Diesen Song wollte ich UNBEDINGT auf der Party-Rock 2 haben. SONY wollte das eigentlich eher nicht. Ich soll aber damals zu Uwe gesagt haben: „Wenn der Song nicht dabei ist, geh ich wieder nach Hause …“. Wir haben die Plattenfirma gefragt, sie haben JA gesagt, wir hatten den Song zur Veröffentlichung frei. Sony hat den Namen der Band in COMIX geändert, das fanden sie cooler. Auf jeden Fall gibt es seitdem eine unverwüstliche CD-Version unseres Party-Dauerbrenners.

LARRY’S PARTY ROCK 3
Beide CDs von Party-Rock 2 zeichneten sich u.a. dadurch aus, dass sie mit knackigen Intros begannen: After the Fire von 1980-F und das schon erwähnte Rofo’s Theme. Und weil man immer versucht sein sollte, es noch besser zu machen, als beim letzten Mal, ist mein Anspruch bei Party-Rock 3 gewesen, wieder etwas Neues und Besonderes zu kreieren.
So saß ich mit dem Tontechniker Stefan Vardopoulos vor dem großen Mischpult im SONY-Studio. Wir hatten viel Spaß beim Takt-Zählen: ONE-two-three-four – ONE … nächster Titel. ONE-two-three-four-ONE … nächster Titel. Wir wußten, welche Songs wir verwenden durften und haben direkt im Studio eine Playliste geschaffen. Heißt soviel wie, welcher Titel folgt auf welchen. Also kombinierten wir Soft Cell mit den Communards, oder Roy Orbison mit Wanda Jackson. Durch diese subjektive Reihenfolge konnten wir Party-Rock 3 eine besondere Note verleihen, die durchaus von meinen zahlreichen DJ-Einsätzen geprägt wurde, Kombinationen von Titeln, die vom Zephyrus-Discoteam auf vielen Shows vom Publikum gefeiert wurden.
Bis hierhin hatten wir also echte Party-Rocker von Queen, Status Quo, Depeche Mode, Die Ärzte und Westernhagen auf drei Doppel-CDs verewigt. Was fehlte – und was die Plattenfirmen immer noch nicht frei gegeben hatten, waren Kiss und Van Valen. Ein Trauerspiel. Wir setzten unsere Hoffnungen auf eine Fortführung der Party-Rock-Sampler.

LARRY’S PARTY ROCK 4
Als zu Beginn der 90er meine Zusammenarbeit mit SONY begann, mußten wir natürlich auch über den schnöden Mammon sprechen. Ich kann heute beim besten Willen nicht mehr sagen, auf welche Beträge wir uns seinerzeit geeinigt hatten. Viel wichtiger war es aber für mich, dass mein Name direkt im Booklet erschien, weil wir dann ja bei Tausenden Käufern bekannt werden würden und der Weltkarriere nichts mehr im Wege stehen konnte. Das mit den Credits hat ja dann auch prima geklappt, die Weltkarriere ließ leider auf sich warten: „Von Profis abgemischt“ stand da und „Wir danken dem ZEPHYRUS-DISCOTEAM …“, oder „Titelauswahl in Zusammenarbeit mit Stephan Schueler“. Und immer war unser Logo abgebildet. Darauf bin ich heute noch stolz.
Leider sollte Party-Rock 4 der letzte Sampler dieser Reihe sein. Möglicherweise, weil wir versucht haben, große Party-Hymnen von Kiss, Van Halen oder Simple Minds durch Dancefloor-Versionen zu ersetzen. Möglicherweise, weil das Thema „Party-Rock“ einfach nicht mehr hergegeben hat. Fakt ist, dass wir die besten Party-Rock Giganten auf insgesamt 8 CDs für die Ewigkeit veröffentlicht haben.
Fakt ist auch, dass aus der Reihe Larrys Party-Rock die erfolgreiche Fetenhits-Serie wurde. Da war ich dann leider nicht mehr dabei. Aber wenn … hätte ich mir bestimmt ein Haus auf Mallorca zusammengespart. Was ich aber auch nicht wirklich zu meinem Glück brauche.

TEENAGE RAMPAGE
Ja. Schade, dass Larrys Party-Rock Geschichte war. Aber 1 x sollte ich noch zusammenkommen mit SONY und Uwe Lerch. Eine Doppel-CD war geplant, mit „The Best of Pop & Glam“. Ich sollte auch dieses Mal die Titel zusammentragen, 34 sind es am Ende geworden.
Auch Joan Jett stand auf meiner Liste, leider hat ihre Plattenfirma NO gesagt. Und so kamen The Arrows ins Spiel. Die haben „I love Rock’n Roll“ geschrieben und den Titel auf der B-Seite einer Single veröffentlicht. Wie wir alle wissen, hat sich Joan Jett den Song dann gegriffen und wirklich Rock’n Roll daraus gemacht. Die Version der Arrows war doch etwas schwach auf der Brust. Aber sie hatten einen Hit, nämlich „Touch too much“, geschrieben von Mickie Most und nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Song von AC/DC. Der passte ins Konzept.
Auch die Heavy Metal Kids und Hank the Knife kamen aus meiner Vinyl-Single-Sammlung. Die meisten Namen und Songs waren sowieso gesetzt: Slade, Sweet, Mud und die Rubettes. Mein persönliches Highlight auf dieser Compilation ist „Delilah“ von The Sensational Alex Harvey Band. In der Tat … Sensational.
Wie es allerdings Barry Ryan mit „Eloise“ auf die CD geschafft hat … keine Ahnung. Anyway … Zeit DANKE zu sagen, bei Uwe Lerch und bei SONY. Hat mir viel Spaß gemacht mit euch.

THUNDERBIRDS ROCKEN FÜR ARMINIA
Das Jahr 1996 hatte begonnen. Es zeichnete sich ab, dass Arminia Bielefeld um den Aufstieg in die 1. Liga mitspielte. Den Bielefelder Rocklegenden um Ralf Schuppner war ich diverse Male auf den Bühnen der Region begegnet, wir kannten uns gut. Ich sagte zu Ralf: „Wenn alles klappt, steigt die Armina auf, du musst einen Song für sie schreiben“. Ralf so: „Wie jetzt … Song schreiben, was denn für einen …?“ Ich so: „Naja, irgendwie wie Status Quo, so zum mitsingen und mitklatschen, zum Stimmung machen halt …“.
Im Summer of 96 standen wir dann gemeinsam im Studio, der Song war fertig, ich sollte sogar mitsingen. Der Plan war, eine Maxi-CD herauszubringen. Neben dem Arminia-Song wurden Ausschnitte aus dem „35th AnniversaryConcert“ der Thunderbirds am 29.06.1996 auf dem Flugplatz Windelsbleiche veröffentlicht: Die „Birds“ volle Kanne am rocken … Jimmy nicht nur am trommeln … der konnte auch super singen. Und natürlich Jürgen Ringels an der Gitarre, Ralfs langjähriger Freund und kongenialer Bühnenpartner. Bei RADIO BIELEFELD kam der Song zum Dauereinsatz, HERFORDER PILS hat die Kosten für das Tonstudio übernommen, Fritz Walter wurde mit 21 erzielten Treffern zum Torschützenkönig der Saison und die Arminia konnte wieder mal in die 1. Bundesliga aufsteigen.

TOMCAT-SONG ZUM AUFSTIEG
1999 – Die Entstehungsgeschichte von „VIVA DSC“ verlief ähnlich wie bei den Thunderbirds. Die Arminia spielte um den Aufstieg in die 1. Bundesliga mit, verlor mit Trainer Thomas von Heesen in der Rückrunde lediglich 3 Spiele, Bruno Labbadia traf 28 x das gegenerische Tor und ich … überredete zu Beginn des Jahres TOMCAT, doch einen kernigen Fan-Song einzuspielen. Die Jungs sind großartige Musiker, lange schon auf den Bühnen der Welt unterwegs und außerdem ausgewiesene Oldie-Spezialisten. Wohl deshalb wühlten sie sich durch die 60er Jahre der Popmusik und wurden bei den Equals fündig. „Bobby Joe, VIVA Bobby Joe“ wurde so zu „DSC, VIVA DSC“. Ein höchst erfolgreicher Musiker der 80er war zu Beginn seiner musikalischen Karriere Mitglied der Equals: Eddy Grant. Der wohl bekannteste Song der Equals heißt „Baby come back“. Komponiert wurden beide Hits von … genau, Eddy Grant.
Ich erinnere mich an einen Besuch der Equals (sie waren unterwegs zu einem Oldie-Festival) in den 90ern im Studio von RADIO BIELEFELD. Auch ich bin ja ein ausgewiesener Oldie-Spezialist und wollte bei Leadsänger Derv Gordon mal so richtig punkten: „Die Musik der Equals ist ja typische Beat-Music der 60er?“ „No, no, Stephan, it’s Reggae-Music.“ Klar, die Brüder Derv und Lincoln Gordon wurden in Jamaika geboren, und Eddy Grant kommt aus Guyana. „VIVA DSC“ ist ein Reggae-Song !

Allez Allez … Deutscher Sportclub Allez …
Bereits Mitte 2004 begannen die Vorbereitungen zum 100-jährigen Jubiläum des DSC Arminia. Ich hatte die Idee, eine CD mit Fan-Songs zu produzieren. Und da gab es so einiges, was bei jedem Heimspielt stimmgewaltig von der Südtribüne schallte, aufgenommen von engagierten Bands und Künstlern der Region.
Wenn man eine ganze CD füllen will, braucht man schon an die 20 Titel. Als erstes mussten also die Archive gesichtet werden. Große Hilfe hatte ich dabei von … , aus Kreisen des Arminia-Supporter-Clubs kam der Vorschlag, den Song von Willy D’Villa zur Stadionhymne zu erheben. Davon existierte aber nur eine Vinylschallplatte … für eine Jubiläums-CD zu wenig, fand ich. Ich wollte eine Neuaufnahme des Songs, recherchierte den Künstler, das Aufnahmestudio und kümmerte mich um die Koordination. Jeder Künstler musste schließlich seine Einwilligung geben, dass wir seinen Song auf der CD veröffentllichen durften. Ein Cover wurde gestaltet und im Booklet wollte ich jeden einzelnen Text abdrucken. Es ging gut voran, das Jahr 2004 zu Ende und als Highlight sollte die neu aufgenommene Hymne in einer etwas modifierten Version von der gesammten Mannschaft eingesungen werden. Gedacht … getan! Die Aufnahme entstand im VIP-Raum auf der Osttribüne, das WDR-Fernsehen war dabei, ebenso wie die NW und das WB, sowie jede Menge Medienvertreter. Das hatte es noch nie gegeben … ein Riesenspaß und ein Riesenerfolg.

Hier kannst du dir ansehen, wie engagiert Dennis Eilhoff, Vatmir Vata und Kollegen dabei waren.